Laut der Studie von Arealentwickler Fankhauser ist Aesch Nord Nr. 3 der attraktivsten Wirtschaftsgebiete in der Region Basel. Firmen mit hoher Wertschöpfung sollten sich folglich in Aesch Nord ansiedeln.

Hohe Steuereinnahmen für die Gemeinde Aesch? In Aesch Nord sind unter anderem ansässig: drei Fitnessstudios, ein Karateclub, drei Autogaragen, ein Baggerverleih und die Landi. Nicht wirklich Firmen die hohe Steuereinnahmen bringen, aber sie sind richtig in Aesch Nord.

Dort gibt es nicht weder ein Restaurant noch eine Kantine, die für die Attraktivität des Standorts wirklich wichtig wären. Wie objektiv ist diese Studie von Arealentwickler Fankhauser wirklich?

Wie kann ein Gebiet auf Platz 3 der Attraktivität landen, wenn alles fehlt, was die Attraktivität eines Gebietes wesentlich mit prägt? (Annahme zutreffend und beweisbar?)

Aesch Nord auf Platz 3 der Wirtschaftsstandorte in der Region Basel. Wie genau kommt dieses Resultat zu Stande?

Die Autoren der Birsstadt-Studie, als auch der Kanton BL hatten im Rahmen von deren nachträglichder Abänderung darauf hingewiesen, dass der Grossteil von Aesch Nord schlecht mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen ist. Das Tram dauert für Arbeitspendler nach Basel fast dreimal länger als die S-Bahn (ganz genau sind es 2.4 mal so lang).

Dadurch ist das Potential für grosse Büroflächen in Aesch Nord sehr beschränkt. Daran werden auch die auf Aescher Boden neu realisierten Strassenprojekte „Durchstich“ und „Vollanschluss“ nicht viel ändern.

Verschärft wird dies durch eine fehlende Lösung für die staugeplagte Osttangente und den Knotenpunkt Schänzli in Basel, sowie ein fehlender S-Bahn-Anschluss. All dies begrenzt das Potential für Arbeitspendler zu stark.

Wohnungen in Aesch Nord werden deshalb zwangsläufig wieder den Pendlerverkehr mit dem Auto nach Basel erhöhen.


Kurz nach der Studienänderung im Juni 2016 prognostizierte Arealentwickler Fankhauser 4’000 Arbeitsplätze in Aesch Nord für das Jahr 2030 – aktuell dürften es etwa 800 sein – im Rahmen einer Veranstaltung bei der Handelskammer beider Basel. Seither sind dreieinhalb Jahre vergangen und mit Ausnahme einer Autogarage wurde kein Projekt realisiert. Wurde im Jahr 2016 von Industrie 4.0 gesprochen, soll es nun das so genannte „Smart City“ richten.


An der Veranstaltung bei der Handelskammer beider Basel präsentierte Arealentwickler Fankhauser übrigens einen Entwurf der Änderungen der Birsstadt-Studie bezüglich Aesch Nord. War er einer der Treiber dieser Änderung/Ergänzung? Und wieso wurde eine von Fachleuten nach bestem Wissen und Gewissen erstellte Studie durch politisch und wirtschaftlich motivierte Akteure im letzten Moment noch so abgeändert, dass sie bei Veröffentlichung gegen Grundprinzipien der Raum- und Verkehrsplanung verstiess?

 

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