Unsere ersten beiden Artikel in diesem Blog befassen sich mit dem Wolf-Areal, auf dem die SBB Wohnungen bauen will, obwohl es bei einer ganzheitlichen Betrachtung unter Berücksichtigung der Prinzipien einer guten Raum- und Verkehrsplanung an diesem Standort viel sinnvoller wäre, Büroflächen zu schaffen.

Heute möchten wir dazu ein paar weitere Informationen liefern, um dem Puzzle der geplanten Fehlentwicklungen im Raum Basel einen weiteren Baustein hinzuzufügen. Bei der Raum- und Verkehrsplanung spielen nicht nur Wohnen und Arbeiten eine wichtige Rolle, auch das Thema Logistik ist zu berücksichtigen, denn auch für Logistik-Firmen gibt es weniger oder gute Standorte. Was das mit dem Wolf-Areal zu tun hat, wollen wir im folgenden erläutern.

Auf dem Wolf-Areal Wohnungen zu bauen wird überhaupt erst möglich durch den Umzug der Firma Bouyges E&S Intec in den Campus Industrie 4.0 im Arlesheimer Schoren. Bouyges – ein börsenkotierter Baukonzern – spielt eine wichtige Rolle im Basler Immobilienmarkt. Die Firma hat sich u.a. vom Kanton BL ein Kaufrecht auf das für Logistik prädestinierte Salina Raurcia Areal gesichert, mit dem Ziel dort hauptsächlich Wohnungen anstatt Logistik zu entwickeln.

Ursprünglich wollte der Kanton BL im Salina Raurica allerdings grossflächig Firmen ansiedeln und nicht dort Wohnungen bauen. Wieso man davon abgerückt ist, bleibt ein Rätsel. Entweder glaubt man nicht an das Potential von Firmenansiedlungen oder der Kanton meint, mit Wohnbauland mehr Geld verdienen zu können.

Wohin dann aber mit der Logistik?

Logistik könnte sich anstatt im Salina Raurcia auch in den hohen Hallen des Campus Industrie 4.0 in Arlesheim ansiedeln. Schliesslich sind bereits verschiedene Logistikfirmen im Gebiet Arlesheim Schoren ansässig. Baut Bouyges im Salina Raurcia Wohnungen, ist das Schoren-Areal praktisch die einzig grosse Fläche, auf der weitere Logistikfirmen angesiedelt werden könnten.

Industrielles Leuchtturmprojekt? Wie viel Innovation steckt wirklich hinter diesen Mauern?

Auch die restliche Logistik auf dem Wolf oder im Dreispitz könnte teilweise nach Arlesheim ziehen und würde die Wohnungsentwicklung in diesen Gebieten erst möglich machen.

Da die beiden Ankermieter in Arlesheim – Bouyges und Axians redtoo AG – nur den Standort innerhalb der Region wechseln und anscheinend nichts produzieren, sind wir ein wenig skeptisch, ob hier wirklich wie in der Zeitung erwähnt von einem Silicon Valley für z.B. Elektromobilität und Batterienproduktion gesprochen werden kann. Schliesslich wurde die Produktion der Oerlikon Batteries in Aesch vor 10 Jahren aus Kostengründen nach Bulgarien verlagert.

Werden in Arlesheim wirklich in grossem Stil neue Arbeitsplätze/Innovation geschaffen oder werden lediglich mit schön klingenden Schlagwörtern insgeheim Logistikimmobilien erstellt, um sich im Arealpoker eine gute Verhandlungsposition zu schaffen?

Rare Logistikflächen gegen Anteile an den Wohnentwicklungsarealen?

Wieso muss die Rohrbogen AG im Zuge des geplanten Wohnungsbaus am Bahnhof Pratteln ins weit entfernte Aesch umziehen?

Ist das Gewerbeland etwa derart knapp bzw. wird es gehortet, um sich durch die Ermöglichung vom Umsiedlungen in die Wohnareale einzukaufen?

Sollte nicht gerade der Kanton dem Horten von Land entgegen treten, um Monopole und Machtkonzentrationen zu verhindern mit dem Ziel auch Chancen für Gewerbe und Industrie zu schaffen?

Wir wollen hier nicht zu sehr den Miesepeter spielen und hoffen auf eine Einladung in den Campus für Industrie 4.0, falls Elon Musk doch noch vorbeischauen sollte.

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